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Brutto und Netto verstehen: Ihre lohn info für 2026
Bei einem Bruttogehalt auf Mindestlohnniveau (13,90 €/Std., ca. 2.410 €/Monat) liegt das Netto in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer bei etwa 1.600–1.700 € – die genauen Abzüge variieren je nach Versicherung und Freibeträgen.
Brutto und Netto: Was Ihr Gehalt wirklich wert ist
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fragen sich: Was bleibt am Ende vom Bruttogehalt übrig? Die Antwort ist nicht pauschal, denn Abzüge hängen von Steuerklasse, Versicherungsstatus und individuellen Freibeträgen ab. Dieser Artikel gibt Ihnen eine verlässliche lohn info – von den aktuellen Mindestlohnsätzen bis zur groben Netto-Einschätzung.
Der gesetzliche Mindestlohn 2026/2027
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche rund 2.410 Euro brutto im Monat (28.912 Euro im Jahr). Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde – dann sind es etwa 2.530 Euro monatlich.
Die Anpassung erfolgt durch die Mindestlohnkommission, die sich an der Tarifentwicklung und dem Referenzwert von 60 Prozent des Bruttomedianlohns orientiert.
Vom Brutto zum Netto: Die wichtigsten Abzüge
Ihr Bruttogehalt ist nicht das, was auf Ihrem Konto landet. Folgende Posten werden abgezogen:
- Lohnsteuer – gestaffelt nach Steuerklasse (I bis VI) und Höhe des Einkommens.
- Solidaritätszuschlag – entfällt für die meisten Steuerzahler seit 2021, wird aber bei sehr hohen Einkommen noch fällig.
- Kirchensteuer – nur bei Kirchenmitgliedschaft (8 oder 9 % der Lohnsteuer).
- Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil):
- Krankenversicherung: ca. 7,3 % + Zusatzbeitrag (durchschnittlich ~1,7 %)
- Pflegeversicherung: ca. 1,7 % (2,3 % für Kinderlose ab 23)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
Summe der Sozialabgaben: rund 20–21 % des Bruttos (abhängig vom Zusatzbeitrag und Kinderfaktor).
Beispielrechnung: Mindestlohn 2026 (Steuerklasse I)
Nehmen wir einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder, gesetzlich krankenversichert, ohne Kirchensteuer. Bruttogehalt: 2.410 €/Monat.
- Lohnsteuer (nach Grundtabelle 2026): ca. 180–200 € (geschätzt, da Grundfreibetrag von 12.348 €/Jahr bereits berücksichtigt)
- Solidaritätszuschlag: 0 € (da unter Freigrenze)
- Krankenversicherung: ca. 7,3 % + 1,7 % = 9,0 % → 217 €
- Pflegeversicherung: 1,7 % → 41 €
- Rentenversicherung: 9,3 % → 224 €
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 % → 31 €
Gesamtabzüge: ca. 693–713 € → Netto: 1.697–1.717 €.
Das ist ein Richtwert. Ihr tatsächliches Netto kann abweichen – etwa durch Kinderfreibeträge, andere Steuerklasse oder einen höheren Krankenkassenzusatzbeitrag. Für eine genaue Berechnung nutzen Sie unseren Rechner.
Was zählt zum Mindestlohn? Wichtige Details
Nicht jede Zahlung des Arbeitgebers darf auf den Mindestlohn angerechnet werden. Das BMAS stellt klar:
- Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind nur anrechenbar, wenn sie eine Gegenleistung für die Arbeitsleistung darstellen und unwiderruflich ausgezahlt werden.
- Zulagen und Zuschläge (z. B. Schichtzulagen) sind grundsätzlich anrechenbar – außer sie beruhen auf gesetzlichen Bestimmungen (wie Nachtarbeitszuschläge).
- Sachleistungen (z. B. Kost und Logis) können den Mindestlohn nicht ersetzen, außer bei Saisonarbeitskräften in engen Grenzen.
Diese Regeln sind wichtig, um zu prüfen, ob Ihr Arbeitgeber den Mindestlohn korrekt zahlt. Mehr dazu in unserem Artikel zum Mindestlohnrecht.
Typische Bruttogehälter in verschiedenen Berufen
Die folgende Übersicht zeigt geschätzte Bruttomonatsgehälter für Vollzeitstellen (Quelle: Onsite-Referenz, Schätzwerte):
- Pflegefachkraft: ~3.600 €
- Krankenpfleger: ~3.500 €
- Handwerker: ~3.400 €
- Bürokraft/Verwaltung: ~3.200 €
- Kraftfahrer: ~2.900 €
- Lagerist/Logistik: ~2.800 €
- Verkäufer/Einzelhandel: ~2.600 €
- Gastronomie/Service: ~2.500 €
Diese Werte sind Orientierungshilfen. Das tatsächliche Gehalt hängt von Region, Betriebsgröße, Tarifbindung und Berufserfahrung ab. Eine verlässliche lohn info für Ihre Branche finden Sie in unseren Daten.
Steuerklassen und ihre Auswirkung auf das Netto
Die Wahl der Steuerklasse beeinflusst die Lohnsteuer erheblich. Die wichtigsten Klassen:
- Steuerklasse I: Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt Lebende
- Steuerklasse II: Alleinerziehende (Entlastungsbetrag)
- Steuerklasse III: Verheiratete, wenn der Partner in Klasse V ist (günstig für Besserverdiener)
- Steuerklasse IV: Verheiratete mit ähnlichem Einkommen
- Steuerklasse V: Verheiratete, wenn der Partner in Klasse III ist (höhere Abzüge)
- Steuerklasse VI: Zweit- oder Nebenjobs
Beispiel: Bei 2.410 € brutto liegt das Netto in Klasse III etwa 100–150 € höher als in Klasse I. In Klasse V dagegen deutlich niedriger. Eine individuelle Berechnung lohnt sich – nutzen Sie dazu unseren Rechner.
Fazit
Der gesetzliche Mindestlohn steigt kontinuierlich und liegt 2026 bei 13,90 €/Std. Vom Bruttogehalt gehen rund 30–35 % für Steuern und Sozialabgaben ab – je nach persönlicher Situation. Wer seinen Nettolohn genau kennen möchte, sollte die offizielle Lohnabrechnung prüfen oder einen Brutto-Netto-Rechner verwenden. Auf Mindestlohn Aktuell finden Sie regelmäßig aktualisierte Informationen und hilfreiche Tools.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Das hat das BMAS bestätigt. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 Euro.
Was bleibt netto vom Mindestlohn übrig?
Das Netto hängt stark von Steuerklasse, Krankenversicherung und weiteren Faktoren ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder (Steuerklasse I, gesetzlich versichert, keine Kirchensteuer) liegt das Netto bei etwa 1.600 bis 1.700 Euro monatlich. Das entspricht rund 66–70 % des Bruttos. Nutzen Sie unseren Rechner für eine individuelle Berechnung.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt vorgenommen?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (nach Steuerklasse), Solidaritätszuschlag (bei höheren Einkommen), ggf. Kirchensteuer sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Der Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung liegt bei etwa 20–21 % des Bruttos, die Lohnsteuer variiert. Weitere Details finden Sie in unseren Themen zur Lohnabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Das hat das BMAS bestätigt. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von rund 2.410 Euro.
Was bleibt netto vom Mindestlohn übrig?
Das Netto hängt stark von Steuerklasse, Krankenversicherung und weiteren Faktoren ab. Für einen ledigen Arbeitnehmer ohne Kinder (Steuerklasse I, gesetzlich versichert, keine Kirchensteuer) liegt das Netto bei etwa 1.600 bis 1.700 Euro monatlich. Das entspricht rund 66–70 % des Bruttos. Nutzen Sie unseren [Rechner](/rechner) für eine individuelle Berechnung.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt vorgenommen?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (nach Steuerklasse), Solidaritätszuschlag (bei höheren Einkommen), ggf. Kirchensteuer sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Der Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung liegt bei etwa 20–21 % des Bruttos, die Lohnsteuer variiert. Weitere Details finden Sie in unseren [Themen](/themen) zur Lohnabrechnung.