Mindestlohn Frankreich 2026: SMIC-Höhe, regionale und branchenbezogene Unterschiede
Der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich (SMIC) beträgt ab Juni 2026 brutto 12,31 € pro Stunde, netto rund 9,74 €; für Mayotte und Minderjährige gelten niedrigere Sätze.
Mindestlohn Frankreich 2026: SMIC-Höhe und Besonderheiten
Der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich, der Salaire minimum interprofessionnel de croissance (SMIC), wurde zum 1. Juni 2026 angehoben. Arbeitnehmer in Frankreich erhalten nun mindestens 12,31 € brutto pro Stunde. Das entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von 1.867,02 € bei einer 35-Stunden-Woche. Netto bleiben nach Abzug der Sozialabgaben rund 9,74 € pro Stunde beziehungsweise etwa 1.477,93 € im Monat (Quelle: Service Public, Lefebvre Dalloz).
Der SMIC wird jährlich zum 1. Januar und bei Bedarf unterjährig angepasst, zuletzt zum 1. Juni 2026. Die vorherige Erhöhung im Januar 2026 hatte den Satz auf 12,02 €/h festgesetzt (Urssaf). Die Anpassung orientiert sich an der Inflation der unteren Einkommensgruppen und an der allgemeinen Lohnentwicklung.
Regionale Unterschiede: Mayotte und Minderjährige
Nicht überall in Frankreich gilt der gleiche SMIC. In Mayotte, einem französischen Übersee-Département, liegt der Mindestlohn bei 9,56 € brutto pro Stunde (Service Public). Auch für jugendliche Arbeitnehmer unter 18 Jahren gibt es gestaffelte Sätze:
- unter 17 Jahren: 9,85 €/h (20 % Abzug)
- zwischen 17 und 18 Jahren: 11,08 €/h (10 % Abzug)
Diese Abschläge gelten nur, wenn der Jugendliche weniger als sechs Monate Berufserfahrung in der Branche hat. Danach besteht Anspruch auf den vollen SMIC.
Branchenbezogene Unterschiede: Conventions collectives
Der SMIC ist der absolute Mindestlohn. Viele Branchen in Frankreich haben jedoch eigene Mindestlöhne (salaires minima conventionnels), die in den Tarifverträgen (conventions collectives) festgelegt sind. Liegt dieser branchenspezifische Satz über dem SMIC, muss der Arbeitgeber den höheren Betrag zahlen. Ist er niedriger, ist der SMIC maßgeblich (Service Public).
Beispiele für Branchen mit überdurchschnittlichen Tarifmindestlöhnen sind die Metallindustrie, das Baugewerbe oder der Einzelhandel. Die genauen Werte variieren stark und sollten im jeweiligen Tarifvertrag nachgeschlagen werden. Für Arbeitnehmer ist es wichtig, sowohl den SMIC als auch den geltenden Branchenmindestlohn zu kennen.
Netto vom Brutto: Abzüge in Frankreich
Vom SMIC-Brutto werden in Frankreich Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Dazu gehören:
- Krankenversicherung (ca. 0,75 % des Bruttos)
- Arbeitslosenversicherung (ca. 2,40 %)
- Rentenversicherung (ca. 6,90 %)
- CSG (Contribution Sociale Généralisée) und CRDS (Contribution au Remboursement de la Dette Sociale) – zusammen etwa 9,20 %
- Weitere kleinere Beiträge (z. B. Unfallversicherung, betriebliche Zusatzrente)
Die Lohnsteuer wird in Frankreich seit 2019 direkt vom Arbeitgeber einbehalten (prélèvement à la source). Der Steuersatz ist individuell und hängt vom Jahreseinkommen sowie der Steuerklasse ab. Für den SMIC liegt der effektive Steuersatz meist unter 5 %, sodass das Netto nach allen Abzügen etwa 79 % des Bruttos beträgt.
Vergleich mit dem deutschen Mindestlohn
Der deutsche gesetzliche Mindestlohn liegt ab Januar 2026 bei 13,9 € brutto pro Stunde – rund 1,60 € mehr als der französische SMIC. Allerdings sind die Abzüge in Deutschland anders strukturiert: In Deutschland zahlen Arbeitnehmer etwa 20 % Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) plus Lohnsteuer. Bei Steuerklasse I und gesetzlicher Versicherung bleibt netto oft zwischen 60 und 70 % des Bruttos übrig. In Frankreich ist der Nettosatz mit rund 79 % höher, was den Unterschied im Bruttostundenlohn teilweise ausgleicht.
Weitere Informationen zu den deutschen Regelungen finden Sie auf Mindestlohn Aktuell oder in unserem Blog.
Fazit
Der Mindestlohn Frankreich (SMIC) liegt ab Juni 2026 bei 12,31 € brutto/Stunde. Regionale Abweichungen gelten für Mayotte und Minderjährige. Branchenspezifische Tarifverträge können höhere Mindestlöhne vorsehen. Arbeitnehmer sollten sowohl den SMIC als auch ihren Tarifvertrag prüfen, um sicherzustellen, dass sie den korrekten Lohn erhalten. Für eine individuelle Berechnung des Nettogehalts empfehlen wir unseren Rechner oder die Konsultation offizieller Stellen.
Quellen: Service Public, Urssaf, Lefebvre Dalloz – Stand Juni 2026.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Mindestlohn in Frankreich (SMIC) ab Juni 2026?
Der SMIC beträgt ab dem 1. Juni 2026 brutto 12,31 € pro Stunde. Bei einer 35-Stunden-Woche ergibt sich ein monatliches Bruttogehalt von 1.867,02 €. Netto (nach Abzug der Sozialabgaben) sind es etwa 9,74 € pro Stunde beziehungsweise rund 1.477,93 € im Monat. Diese Werte gelten für volljährige Arbeitnehmer in Frankreich (Festland und Korsika).
Gibt es regionale Unterschiede beim Mindestlohn in Frankreich?
Ja, insbesondere in den Überseegebieten. Für Mayotte gilt ein abweichender SMIC von 9,56 € brutto pro Stunde (Stand Juni 2026). Auch für Minderjährige gibt es gestaffelte Sätze: unter 17 Jahren 9,85 €/h, zwischen 17 und 18 Jahren 11,08 €/h. Darüber hinaus können Branchenmindestlöhne (conventions collectives) regional oder sektoral höher liegen als der nationale SMIC.
Wie unterscheidet sich der französische SMIC vom deutschen Mindestlohn?
Der deutsche gesetzliche Mindestlohn beträgt ab Januar 2026 13,9 € brutto pro Stunde – rund 1,60 € mehr als der französische SMIC (12,31 €). Allerdings sind die Abzüge für Sozialversicherung und Steuern in beiden Ländern unterschiedlich. In Frankreich werden vom Brutto unter anderem Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und CSG/CRDS abgezogen, was zu einem Netto von etwa 79 % des Bruttos führt. In Deutschland liegt der Nettosatz bei Steuerklasse I und gesetzlicher Versicherung meist zwischen 60 und 70 %. Ein direkter Vergleich ist daher komplex und hängt von der individuellen Situation ab.