Mindestlohn für Schüler: Brutto und Netto verstehen
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt ab 2026 voraussichtlich 13,90 € brutto pro Stunde; wie viel netto bei Schülern ankommt, hängt stark von Steuerklasse, Sozialversicherungspflicht und Freibeträgen ab.
Brutto und Netto beim Mindestlohn für Schüler
Viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland arbeiten neben der Schule – sei es als Aushilfe im Einzelhandel, in der Gastronomie oder als Nachhilfelehrer. Dabei stellt sich oft die Frage: Wie viel bleibt vom Bruttolohn tatsächlich übrig? Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro pro Stunde (laut BMAS). Das klingt nach einem ordentlichen Stundenlohn, aber die Abzüge für Steuern und Sozialversicherung können das Netto deutlich schmälern. In diesem Artikel erklären wir, wie Brutto und Netto zusammenhängen und was speziell für Schüler zu beachten ist.
Grundlagen: Brutto vs. Netto
Der Bruttolohn ist der Betrag, den der Arbeitgeber vor Abzügen zahlt. Der Nettolohn ist das, was auf Ihrem Konto ankommt. Die Differenz setzt sich zusammen aus:
- Lohnsteuer: Abhängig von Ihrem zu versteuernden Einkommen und Ihrer Steuerklasse. Wer unter dem Grundfreibetrag bleibt (2026: ca. 12.348 Euro im Jahr), zahlt keine Lohnsteuer.
- Solidaritätszuschlag: Fällt nur bei sehr hohen Einkommen an, für Schüler meist irrelevant.
- Kirchensteuer: Nur, wenn Sie Mitglied einer Kirche sind und Steuern zahlen.
- Sozialversicherungsbeiträge: Krankenversicherung (ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag), Rentenversicherung (18,6 %), Arbeitslosenversicherung (2,6 %) und Pflegeversicherung (ca. 3,05 %). Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte, der Arbeitnehmer die andere Hälfte – insgesamt etwa 20 % des Bruttolohns.
Für Schüler gelten jedoch oft Sonderregeln, die das Netto erhöhen können.
Mindestlohn für Schüler: Welche Jobs sind typisch?
Schüler arbeiten häufig in Minijobs oder kurzfristigen Beschäftigungen. Der Mindestlohn für Schüler ist derselbe wie für alle anderen Arbeitnehmer – es gibt keinen speziellen Schüler-Mindestlohn. Ab 2026 sind das 13,90 Euro brutto pro Stunde. Typische Beispiele:
- Verkäufer im Einzelhandel: ca. 2.600 Euro brutto/Monat (Vollzeit), aber Schüler arbeiten oft nur 10–20 Stunden.
- Gastronomie/Service: ca. 2.500 Euro brutto/Monat (Vollzeit).
- Lagerist/Logistik: ca. 2.800 Euro brutto/Monat.
Bei einer 20-Stunden-Woche (ca. 86 Stunden/Monat) ergibt sich ein Bruttogehalt von etwa 1.195 Euro (13,90 € × 86 Std.).
Wie viel Netto bleibt Schülern vom Mindestlohn?
Die Höhe des Nettolohns hängt entscheidend von der Art der Beschäftigung ab:
1. Minijob (bis 603 Euro/Monat)
Bis zur Minijob-Grenze von 603 Euro (2026) zahlen Sie als Arbeitnehmer nur einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von ca. 3,6 % des Bruttos. Lohnsteuer fällt in der Regel nicht an, da das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt. Beispiel: Bei 40 Stunden/Monat (13,90 €) = 556 € brutto → ca. 536 € netto.
2. Kurzfristige Beschäftigung (max. 3 Monate oder 70 Arbeitstage)
Hier sind Sie komplett von der Sozialversicherung befreit. Sie erhalten den vollen Bruttolohn netto ausgezahlt. Voraussetzung: Der Job ist nicht berufsmäßig (z. B. Ferienjob). Beispiel: 86 Stunden/Monat = 1.195 € brutto = 1.195 € netto.
3. Normale Teilzeit (mit Sozialversicherung)
Wenn Sie regelmäßig mehr als 603 Euro verdienen und der Job nicht kurzfristig ist, werden Sie sozialversicherungspflichtig. Dann werden ca. 20 % des Bruttos für Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen (Arbeitnehmeranteil). Lohnsteuer fällt erst an, wenn Ihr Jahresverdienst über 12.348 Euro liegt. Beispiel: 1.195 € brutto – 20 % SV = ca. 956 € netto.
Steuerklasse und Freibeträge
Die meisten Schüler haben Steuerklasse I (ledig, keine Kinder). Wenn Sie jedoch verheiratet sind oder Kinder haben, kann eine andere Steuerklasse gelten. Zudem können Sie einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, wenn Sie z. B. Werbungskosten oder Sonderausgaben haben. Das erhöht Ihr Netto. Nutzen Sie unseren Rechner, um eine individuelle Schätzung zu erhalten.
Was sagt die Mindestlohnkommission?
Die Mindestlohnkommission empfiehlt die Anpassung des Mindestlohns alle zwei Jahre. Für 2027 ist ein weiterer Anstieg auf 14,60 Euro vorgesehen. Schüler, die langfristig planen, sollten diese Entwicklung im Auge behalten. Weitere Informationen finden Sie auf Mindestlohn Aktuell und in unserem Blog.
Fazit
Der Mindestlohn für Schüler liegt ab 2026 bei 13,90 Euro brutto. Wie viel netto ankommt, hängt stark von der Beschäftigungsform ab: Minijob oder kurzfristiger Job bringen fast das volle Brutto, während sozialversicherungspflichtige Teilzeitjobs etwa 20 % Abzüge bedeuten. Da der Grundfreibetrag recht hoch ist, fällt bei den meisten Schülern keine Lohnsteuer an. Prüfen Sie Ihre individuelle Situation mit einer Lohnabrechnung oder unserem Rechner.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich als Schüler Lohnsteuer auf den Mindestlohn zahlen?
In der Regel nicht, solange Ihr Jahresverdienst unter dem Grundfreibetrag liegt (2026: ca. 12.348 €). Bei einem 20-Stunden-Job zum Mindestlohn (ca. 1.112 € brutto/Monat) bleiben Sie darunter. Erst wenn Sie mehr verdienen, fällt Lohnsteuer an – dann aber meist nur ein kleiner Betrag.
Welche Sozialversicherungsbeiträge werden bei Schülern abgezogen?
Das hängt von der Art der Beschäftigung ab. Bei einem Minijob (bis 603 €/Monat) zahlen Sie nur pauschale Rentenversicherung (ca. 3,6 %). Bei einem kurzfristigen Job (max. 3 Monate) sind Sie komplett sozialversicherungsfrei. Bei einem normalen Teilzeitjob fallen alle Zweige an: Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung – insgesamt etwa 20 % des Bruttos.
Wie viel Netto bleibt mir vom Mindestlohn für Schüler?
Beispiel: Bei 20 Stunden/Woche (ca. 86 Std./Monat) zum Mindestlohn 13,90 € brutto = ca. 1.195 € brutto. Ohne Lohnsteuer (unter Freibetrag) und bei kurzfristiger Beschäftigung (keine SV) erhalten Sie den vollen Betrag netto. Bei normaler Teilzeit mit SV-Abzügen (ca. 20 %) bleiben etwa 956 € netto. Nutzen Sie unseren Rechner für eine individuelle Schätzung.
Häufige Fragen
Muss ich als Schüler Lohnsteuer auf den Mindestlohn zahlen?
In der Regel nicht, solange Ihr Jahresverdienst unter dem Grundfreibetrag liegt (2026: ca. 12.348 €). Bei einem 20-Stunden-Job zum Mindestlohn (ca. 1.112 € brutto/Monat) bleiben Sie darunter. Erst wenn Sie mehr verdienen, fällt Lohnsteuer an – dann aber meist nur ein kleiner Betrag.
Welche Sozialversicherungsbeiträge werden bei Schülern abgezogen?
Das hängt von der Art der Beschäftigung ab. Bei einem Minijob (bis 603 €/Monat) zahlen Sie nur pauschale Rentenversicherung (ca. 3,6 %). Bei einem kurzfristigen Job (max. 3 Monate) sind Sie komplett sozialversicherungsfrei. Bei einem normalen Teilzeitjob fallen alle Zweige an: Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung – insgesamt etwa 20 % des Bruttos.
Wie viel Netto bleibt mir vom Mindestlohn für Schüler?
Beispiel: Bei 20 Stunden/Woche (ca. 86 Std./Monat) zum Mindestlohn 13,90 € brutto = ca. 1.195 € brutto. Ohne Lohnsteuer (unter Freibetrag) und bei kurzfristiger Beschäftigung (keine SV) erhalten Sie den vollen Betrag netto. Bei normaler Teilzeit mit SV-Abzügen (ca. 20 %) bleiben etwa 956 € netto. Nutzen Sie unseren [Rechner](/rechner) für eine individuelle Schätzung.