Mindestlohn 2026: Wieviel Netto vom Brutto bleibt – Abzüge und Orientierung
Beim gesetzlichen Mindestlohn von 13,9 €/Std. (2026) ergibt sich ein Brutto von rund 2.410 € monatlich; das Netto liegt je nach Steuerklasse und Krankenkasse zwischen etwa 1.700 und 1.800 €.
Mindestlohn 2026: Wieviel Netto vom Brutto bleibt?
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,9 Euro pro Stunde. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellt sich die Frage: Wieviel Netto vom Brutto bleibt nach allen Abzügen tatsächlich übrig? Dieser Artikel gibt eine klare Orientierung zu den typischen Abzügen und zeigt, wie sich der Mindestlohn auf das verfügbare Einkommen auswirkt.
Bruttoverdienst beim Mindestlohn 2026
Bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 173,33 Arbeitsstunden pro Monat (40 Stunden/Woche) ergibt sich ein monatliches Bruttogehalt von rund 2.410 Euro. Im Jahr sind das etwa 28.912 Euro. Damit liegt das Einkommen knapp über dem Grundfreibetrag der Einkommensteuer (2026: ~12.348 Euro), sodass Lohnsteuer anfällt.
Die Abzüge im Detail
Um zu verstehen, wieviel Netto vom Brutto übrig bleibt, müssen Sie die folgenden Abzüge kennen:
- Lohnsteuer: Abhängig von Ihrer Steuerklasse. Bei Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) und einem Brutto von 2.410 € fällt eine monatliche Lohnsteuer von etwa 150–200 € an. Der Solidaritätszuschlag entfällt bei dieser Höhe in der Regel.
- Sozialversicherungsbeiträge: Diese werden je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Die Arbeitnehmeranteile betragen:
- Krankenversicherung: ca. 7,3 % + Hälfte des Zusatzbeitrags (durchschnittlich ~0,8 %), insgesamt also rund 8,1 %
- Pflegeversicherung: 1,525 % (bzw. 1,7 % für Kinderlose)
- Rentenversicherung: 9,3 %
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 % Summe Arbeitnehmeranteil: etwa 20,2 % des Bruttos, also rund 487 €.
Zusammengefasst liegen die Gesamtabzüge (Lohnsteuer + Sozialversicherung) bei etwa 25–30 % des Bruttos. Daraus ergibt sich ein Netto von schätzungsweise 1.700 bis 1.800 Euro.
Hinweis: Diese Werte sind Schätzungen für Steuerklasse I, gesetzlich versichert, ohne Kirchensteuer und ohne besondere Freibeträge. Ihr tatsächliches Netto kann abweichen – maßgeblich ist Ihre individuelle Lohnabrechnung.
Vergleich mit anderen Berufen
Die Onsite-Referenz nennt typische Bruttogehälter für verschiedene Berufe (Schätzwerte, Stand 2026):
- Pflegefachkraft: ~3.600 € brutto/Monat
- Krankenpfleger/Pflege: ~3.500 €
- Lagerist/Logistik: ~2.800 €
- Verkäufer/Einzelhandel: ~2.600 €
- Kraftfahrer: ~2.900 €
- Bürokraft/Verwaltung: ~3.200 €
- Handwerker: ~3.400 €
- Gastronomie/Service: ~2.500 €
Auch hier gilt: Wieviel Netto vom Brutto bleibt, hängt von denselben Faktoren ab. Bei einem Brutto von 2.600 € (Verkäufer) liegt das Netto in Steuerklasse I etwa zwischen 1.800 und 1.950 €.
Ausblick auf 2027
Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,6 Euro pro Stunde. Das monatliche Brutto erhöht sich dann auf etwa 2.530 €. Die Abzüge werden ebenfalls etwas steigen, sodass das Netto voraussichtlich zwischen 1.800 und 1.900 € liegen wird. Eine genaue Berechnung ist erst mit den dann gültigen Beitragssätzen und Steuerparametern möglich.
Weitere Informationen
- Mindestlohn Aktuell – Aktuelle Entwicklungen zum Mindestlohn
- Unser Brutto-Netto-Rechner – Berechnen Sie Ihr persönliches Netto
- Daten und Fakten – Offizielle Zahlen von BMAS und Destatis
Fazit
Die Frage „wieviel netto von brutto“ lässt sich beim Mindestlohn 2026 mit einer Spanne von etwa 1.700 bis 1.800 Euro beantworten. Die tatsächliche Höhe hängt von Ihrer Steuerklasse, Krankenkasse und weiteren individuellen Faktoren ab. Nutzen Sie offizielle Rechner oder Ihre Lohnabrechnung für eine verbindliche Auskunft.
Häufig gestellte Fragen
Die drei FAQs oben fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
Häufige Fragen
Wie viel Netto bleibt beim Mindestlohn 2026 (13,9 €/Std.)?
Bei einer Vollzeitstelle (ca. 173 Stunden/Monat) beträgt das Brutto etwa 2.410 €. Nach Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) ergibt sich in Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, ein Netto von schätzungsweise 1.700 bis 1.800 €. Der genaue Betrag hängt von Ihrer Krankenkasse (Zusatzbeitrag) und eventuellen Freibeträgen ab.
Welche Abzüge werden vom Bruttolohn beim Mindestlohn vorgenommen?
Vom Bruttolohn werden zunächst die Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe des Einkommens) und der Solidaritätszuschlag (bei den meisten Steuerpflichtigen entfallen) einbehalten. Dazu kommen die Sozialversicherungsbeiträge: Krankenversicherung (ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag, Arbeitnehmeranteil ~7,3 % + Hälfte Zusatzbeitrag), Pflegeversicherung (~3,05 % bzw. 3,4 % für Kinderlose, Arbeitnehmeranteil die Hälfte), Rentenversicherung (18,6 %, Arbeitnehmeranteil 9,3 %) und Arbeitslosenversicherung (2,6 %, Arbeitnehmeranteil 1,3 %). Bei Steuerklasse I und einem Brutto von 2.410 € ergeben sich insgesamt Abzüge von etwa 25–30 %.
Ändert sich der Mindestlohn 2027?
Ja, der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,6 € pro Stunde. Damit erhöht sich das monatliche Brutto bei Vollzeit auf etwa 2.530 €. Die Netto-Abzüge werden dann etwas höher ausfallen, da auch die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge steigen. Eine genaue Prognose ist ohne Kenntnis der dann geltenden Beitragssätze und Steuerfreibeträge nicht möglich.